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Sichere Kommunikation zwischen Praxen

Sichere Kommunikation zwischen Praxen bezeichnet den verschlüsselten Austausch von Arztbriefen, Befunden und Nachrichten über die Telematikinfrastruktur (TI), vor allem über die Dienste KIM und TI-Messenger.

Was sichere Kommunikation über die TI leistet

Arztbriefe und Befunde verlassen die meisten Praxen bis heute per Fax oder Post. Mit Krankenhäusern kommunizieren nur 12 Prozent der Praxen überwiegend digital (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Digitale Entlassbriefe halten 85 Prozent der Praxen für sinnvoll, tatsächlich digital erhalten sie nur 15 Prozent, bei Laborbefunden aus dem Krankenhaus sind es 9 Prozent. Auf jedem dieser Papierwege wird gedruckt, kuvertiert oder gefaxt und am Ziel wieder eingescannt oder abgetippt.

Für den digitalen Weg hat die gematik einen eigenen Dienst festgelegt: KIM, kurz für Kommunikation im Medizinwesen, den Standard für den Versand von Nachrichten und Dokumenten über die TI. Jede teilnehmende Praxis, Klinik oder Apotheke hat eine KIM-Adresse, die sich über den Verzeichnisdienst der TI finden lässt. Nachrichten sind Ende-zu-Ende verschlüsselt, und der Absender ist eindeutig identifiziert. Über KIM laufen unter anderem elektronische Arztbriefe und Befunde.

Der Gewinn liegt im Wegfall der Medienbrüche. Ein Befund, der als KIM-Nachricht ankommt, liegt digital vor und lässt sich in die Akte übernehmen, statt eingescannt zu werden.

KIM und TI-Messenger im Vergleich

KIM funktioniert wie ein Postfach: Nachrichten und Dokumente werden versendet, der Empfänger ruft sie ab. Für Arztbriefe, Befunde und Bescheinigungen, also für alles, was dokumentiert übergeben wird, passt dieses Muster.

Für die kurze Absprache zwischen Behandlern gibt es den TI-Messenger: eine Rückfrage zur Medikation, die Abstimmung einer Überweisung, ein Hinweis an die Klinik. Er basiert auf dem offenen Matrix-Standard, sodass die Produkte verschiedener Anbieter untereinander kommunizieren können. Wie bei KIM sind die Teilnehmer über die TI identifiziert.

Im Alltag ersetzen die beiden Dienste unterschiedliche Gewohnheiten. KIM tritt an die Stelle von Brief und Fax. Der TI-Messenger ersetzt den Telefonanruf, für den heute beide Seiten zugleich Zeit haben müssen.

Die Grenzen von E-Mail und Fax

Befunde und Diagnosen sind Gesundheitsdaten und damit besonders geschützt (Art. 9 DSGVO), dazu kommt die ärztliche Schweigepflicht nach § 203 StGB. Unverschlüsselte E-Mail genügt diesen Anforderungen nicht: Inhalte sind auf dem Weg lesbar, und wer am anderen Ende tatsächlich mitliest, bleibt offen. Das Fax gilt bei den Datenschutzaufsichtsbehörden inzwischen ebenfalls nicht mehr als Stand der Technik für Gesundheitsdaten.

KIM und TI-Messenger verlagern diese Sorgfalt in die Infrastruktur. Die Verschlüsselung ist Teil des Dienstes und hängt nicht von der Aufmerksamkeit des Absenders ab. Die Gegenstelle wird zudem aus dem Verzeichnisdienst gewählt statt als Faxnummer eingetippt, was den Versand an einen falschen Anschluss deutlich unwahrscheinlicher macht.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

KIM setzt einen TI-Anschluss voraus und kommt als Dienst eines zugelassenen Anbieters, häufig über den Hersteller des Praxisverwaltungssystems. Im Alltag entscheidet, wo die Nachrichten ankommen: in einem separaten Mailprogramm oder direkt im PVS, sodass ein Befund ohne Umweg beim richtigen Patienten liegt. Beim TI-Messenger liegen die Unterschiede in der Bedienung, den Apps für unterwegs und der Einbindung in die vorhandene Praxis-IT.

Zwei Einschränkungen bleiben. Der Umstieg gelingt nur so schnell, wie die Gegenseite mitzieht. Solange ein Teil der Empfänger nur Fax annimmt, laufen alter und neuer Weg eine Zeit lang parallel. Und die TI selbst ist störanfällig: Nur 7 Prozent der Praxen blieben in einem Zeitraum von zwei Monaten ohne TI-Störung (PraxisBarometer Digitalisierung 2025). Ein Anbieter mit erreichbarem Support gehört deshalb zu den Auswahlkriterien.

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Häufige Fragen

Ist KIM Pflicht?

Eine allgemeine Pflicht, jede Kommunikation über KIM zu führen, gibt es nicht. Faktisch braucht eine Vertragsarztpraxis den Dienst aber, denn die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung wird über KIM an die Krankenkassen übermittelt. Die meisten Praxen haben KIM deshalb bereits.

Kann ich über KIM oder den TI-Messenger mit Patienten kommunizieren?

Nein. Beide Dienste verbinden Einrichtungen des Gesundheitswesens, die über die Telematikinfrastruktur identifiziert sind. Patienten haben keine KIM-Adresse. Für die Kommunikation mit Patienten gibt es andere Kanäle, etwa ein Patientenportal.

Können verschiedene KIM-Anbieter untereinander Nachrichten austauschen?

Ja. KIM ist ein einheitlicher Standard der Telematikinfrastruktur. Jede KIM-Adresse erreicht jede andere, unabhängig davon, von welchem Anbieter der Dienst stammt.

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