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KVN

Abrechnungsprüfung & -optimierung

Abrechnungsprüfung und -optimierung bezeichnet Software, die erfasste Leistungen vor der Abgabe der Abrechnung auf fehlende Ziffern, Kodierungsfehler und Streichungsrisiken prüft.

Was Abrechnungsprüfung leistet

Der Honorarbescheid der Kassenärztlichen Vereinigung kommt Monate nach dem Quartal. Werden darin Ziffern gestrichen, ist das Geld in aller Regel verloren, denn am abgeschlossenen Quartal lässt sich nichts mehr ändern. Wie sehr diese Aufgabe belastet, zeigt eine Befragung von 947 Hausärzten im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums: 60 Prozent stufen die Administration der Abrechnung als sehr problematisch ein, mehr als jede andere Verwaltungsaufgabe und steigend gegenüber 52 Prozent wenige Jahre zuvor (IHP-Survey 2022).

Software für Abrechnungsprüfung liest die bereits erfassten Leistungen und meldet, was fehlt, falsch kodiert ist oder gestrichen zu werden droht. Gute Werkzeuge decken beide Abrechnungsarten ab, die Kassenabrechnung nach EBM und die Privatabrechnung nach GOÄ. Vor der Abgabe warnen sie, wenn eine Ziffer nicht zusammen mit einer anderen abrechenbar ist oder ein Regress droht, bei einem erhöhten Steigerungsfaktor schlagen sie die passende schriftliche Begründung vor, und neben den Leistungsziffern prüfen sie auch die Diagnosekodierung. Der Vergleich des eigenen Ziffernspektrums mit anderen Praxen derselben Fachgruppe deckt zusätzlich Ziffern auf, die eine Praxis systematisch seltener abrechnet als üblich.

Der Zeitpunkt der Prüfung

Entscheidend ist, wann die Prüfung läuft. Setzt sie erst auf der fertigen Abgabedatei an, findet sie Fehler zu einem Zeitpunkt, an dem sich nichts mehr korrigieren lässt. Läuft sie schon während des Quartals mit, kann eine fehlende Ziffer noch nachgetragen werden, bevor die Abrechnung überhaupt hinausgeht. Aus der nachträglichen Fehlersuche wird damit Vorbeugung: Die Streichung entsteht gar nicht erst, statt im Honorarbescheid aufzufallen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten

Prüfen Sie zuerst die Abdeckung. Manche Produkte prüfen nur die KV-Abrechnung nach EBM, andere nur die GOÄ, und wer beides abrechnet, lässt mit einem einseitigen Werkzeug einen Teil seines Umsatzes ungeprüft. Danach kommt die Anbindung an das Praxisverwaltungssystem: Die Prüfung arbeitet auf den erfassten Leistungen und Diagnosen, und die liegen dort. Unterschiede gibt es schließlich in der Arbeitsweise, von der automatischen Prüfung im Hintergrund bis zur zubuchbaren Beratung durch Abrechnungsfachleute, die die Hinweise mit dem Team durchgehen. Diese Beratung ist sinnvoll, wenn niemand in der Praxis die Meldungen der Software einordnen kann.

Woran sich die Produkte unterscheiden

Nach genau diesen Kriterien lässt sich der Vergleich filtern.

  • Deckt die Abrechnung mit der Kassenärztlichen Vereinigung nach EBM abDie Software arbeitet mit dem Leistungskatalog, über den Sie gesetzlich Versicherte gegenüber Ihrer Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen. Ohne diese Abdeckung nützt Ihnen das Werkzeug nur für Privatpatienten.
  • Deckt die Privatabrechnung nach GOÄ abDie Software kennt die Gebührenordnung für Ärzte, nach der Sie Privatpatienten und Selbstzahler in Rechnung stellen. Reine Kassen-Werkzeuge lassen diesen Teil Ihres Umsatzes ungeprüft.
  • Die Ziffern entstehen aus dem gesprochenen Wort während der Behandlung, nicht aus den bereits erfassten AbrechnungsdatenDie Software hört beim Behandeln zu oder nimmt Ihr Diktat auf und leitet daraus selbst die Abrechnungspositionen ab. Andere Werkzeuge setzen erst an, wenn Ihr Team die Leistungen bereits eingetippt hat — der Unterschied entscheidet, ob Sie Erfassungsarbeit sparen oder nur Fehler nachträglich finden.
  • Warnt vor Ziffern, die gestrichen werden oder einen Regress auslösen könnenDie Software meldet vor der Abgabe, wenn eine Ziffer nicht zusammen mit einer anderen abrechenbar ist, ein Zeitprofil überschritten wird oder eine Verordnung ein Regressrisiko trägt. So kommt die Kürzung nicht erst mit dem Honorarbescheid.
  • Schlägt beim Steigerungsfaktor eine passende schriftliche Begründung vorWer einen Faktor über dem Regelsatz abrechnet, muss das schriftlich begründen — fehlt die Begründung, kürzt die Versicherung. Diese Software formuliert den Begründungstext selbst aus der Dokumentation.
  • Zeigt laufend, wie weit Ihr Honorarbudget ausgeschöpft ist und mit welcher Auszahlung Sie rechnen könnenDie Kassenärztliche Vereinigung vergütet nur bis zu einer festen Obergrenze je Praxis; alles darüber wird abgestaffelt. Die Software zeigt Ihnen im laufenden Quartal, wie viel von dieser Grenze noch frei ist und welches Honorar Sie am Ende erwarten dürfen.
  • Vergleicht Ihr Ziffernspektrum mit dem anderer Praxen Ihrer FachgruppeSie sehen, ob Ihr Ziffernspektrum und Ihr Fallwert über oder unter dem Durchschnitt vergleichbarer Praxen liegen. Das deckt Ziffern auf, die Sie systematisch seltener abrechnen als üblich.
  • Menschliche Abrechnungsberatung zubuchbarNeben der Software können Sie erfahrene Abrechnungsfachleute hinzubuchen, die Ihre Zahlen mit Ihnen durchgehen. Sinnvoll, wenn niemand im Team die Hinweise der Software einordnen kann.
  • Prüft auch Verträge außerhalb der KV-Abrechnung, etwa die Hausarztzentrierte Versorgung und SelektivverträgeEin Teil des Praxisumsatzes läuft nicht über die normale KV-Abrechnung, sondern über Verträge direkt mit Krankenkassen mit eigenen Pauschalen und Regeln. Rechnet Ihre Praxis solche Verträge ab, bleibt dieser Umsatz sonst ungeprüft.
  • Unterstützt auch die Diagnosekodierung, nicht nur die LeistungsziffernDie Software prüft nicht nur, welche Leistung Sie abrechnen, sondern auch, ob die dazugehörige Diagnose vollständig und passend verschlüsselt ist. Eine fehlende oder unspezifische Diagnose kostet Pauschalen und ist ein häufiger Kürzungsgrund.
Grundfunktionen dieser Kategorie

Diese Funktionen hat jedes Produkt der Kategorie. Sie taugen nicht zur Unterscheidung.

  • Prüft die erfassten Abrechnungsdaten auf fehlende, falsch kodierte oder streichungsgefährdete Positionen
  • Die Praxis rechnet weiterhin selbst ab; die Software greift nicht in die Einreichung ein
  • Prüfung im laufenden Quartal, nicht erst zum Abschluss

Anbieter in dieser Kategorie

Alle 13 Produkte der Kategorie, dargestellt wie im Katalog.

Häufige Fragen

Worin unterscheidet sich Abrechnungsprüfung vom Abrechnungsdienst?

Bei der Abrechnungsprüfung bleibt die Abrechnung in der Praxis: Die Software prüft und schlägt vor, eingereicht wird weiterhin selbst. Ein Abrechnungsdienst übernimmt die Abrechnung dagegen vollständig, von der Rechnungsstellung bis zum Zahlungseingang. Wer die Abrechnung ganz abgeben will, ist dort richtig.

Kann die Software eine erfolgte Streichung rückgängig machen?

Nein. Gegen einen ergangenen Honorarbescheid hilft nur der Widerspruch bei der Kassenärztlichen Vereinigung. Die Software setzt davor an: Sie soll verhindern, dass die streichungsgefährdete Position überhaupt in die Abrechnung gelangt.

Nächster Schritt

Passt das zu meiner Praxis?

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